Veröffentlicht am Mo., 11. Mär. 2019 08:51 Uhr

Kurz vor 17 Uhr - die Marienkirche Wriezen füllt sich, gut 60 junge und junggebliebene Menschen sitzen erwartungsvoll an den im Kirchraum gestellten Tischen. Punkt 17 Uhr spielt die Band, dann folgt die Begrüßung. Sie ist anders, als man es aus normalen Gottesdiensten gewohnt ist. Die Moderatorin redet nicht nur, sondern macht sich selbst auf die Suche nach dem Frieden, den sie entdeckt und der dann in einen Pappkarton gesteckt wird. Frieden verschwindet leicht, weil wir ihn selbst verschwinden lassen durch die Gestaltung unseres Alltags. Manchmal streiten wir und können uns nicht versöhnen, manchmal wollen wir unseren Frieden um jeden Preis und verdrängen alles, was uns im Wege steht. Mit einer Keule in der Hand demonstrierte die Moderatorin, wie alles im Wege Stehende beseitigt wird. Dann verband sie sich die Augen und bat die Besucher, sie zum verlorenen Frieden zu leiten. Frieden können wir nicht allein machen, wir brauchen einander dazu. 

Es folgte das Jahresmotto-Lied. Dann wurde die Gemeinde in Bewegung versetzt. Die an den Plätzen liegenden Memory-Karten durften umgedreht werden und jeder musste nun seinen Partner suchen. Als Impuls für das Zweiergespräch wurde eine Frage mitgegeben: Was suche ich bzw. was habe ich schon gesucht? 

In wenigen Minuten war der Kirchraum verwandelt. Menschen machten sich auf den Weg, um einander zu suchen und miteinander zu reden. Eine wirklich gelungene Aktion. 

Nach einem Lied der Band folgte die Predigt. Am Beispiel von Saul und David macht Predigerin Doris Knerr deutlich, dass Frieden eine Gabe Gottes ist und echter Friede dort entsteht, wo ich mich auf diesen Gott des Friedens einlasse und mich von ihm zum Frieden leiten lasse. 

Anschließend wurde die Gemeinde wieder Bewegung versetzt. Mehrere Stationen luden ein, sich Frieden schenken zu lassen. Am Altar konnte man ein Friedenswort ziehen, an einem Kreuz im Mittelraum mittels eines Steines seine Sorgen und Lasten (die den Frieden gefährden) bei Jesus ablegen. Zwei weitere Stationen luden ein, sich persönlich segnen zu lassen und Frieden zu empfangen. 

Ein bewegender Gottesdienst, der danach in ein gemeinsames Essen überging.

Mittlerweile ist nun der Gottesdienst mal anders 10 Jahre alt. Entstanden ist er aus einer Werkstattidee, die sich der Zukunft von Kirche und Gemeinde widmete. Gottesdienst sollte nicht mehr die Sache Einzelner sein, die ihn vorbereiten. So entstand ein Team-Gottesdienst, bei dem viele aus der Gemeinde beteiligt sind. Seit gut einem halben Jahr ist auch verabredet, dass die Teamleitung nach einem Jahr wechselt und so auch immer wieder neue Impulse entstehen. Neben dem Vorbereitungsteam gibt es Teams, die sich um Musik, Raumgestaltung und Koordination des Essens kümmern. Alle Teams sind offen für Menschen, die gern mitarbeiten wollen und ihre Ideen einbringen. Denn so kann Kirche lebendig und erfahrbar werden. 

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